Collegium Maius und Jagiellonen-Universität

ul. Jagiellońska 15

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Die 1364 von König Kasimir dem Großen gegründete Akademie ist die älteste Universität Polens und (nach Prag) die zweitälteste in Mitteleuropa. Das Collegium Maius ist das älteste erhaltene Universitätsgebäude in Polen und zählt bereits über 500 Jahre.

Die Jagiellonen-Universität wurde im Jahr 1364 von König Kasimir dem Großen als Krakauer Akademie gegründet. Sie ist die älteste polnische Hochschule  und nach der 1248  gegründeten Prager Karlsuniversität die zweite in diesem Teil Europas. Nach dem Tod des Herrschers erlebte sie allerdings einen raschen Niedergang. Ihre spätere Blütezeit im 15. Jahrhundert ist ein Verdienst der Königin Hedwig (1373-1399), die später heiliggesprochen wurde. Sie erwirkte beim Papst die Zustimmung für die Einrichtung der fehlenden – und wichtigen – theologischen Fakultät. In ihrem Testament verfügte sie eine Stiftung  für die Erneuerung der Akademie. Ihr Gemahl, König Ladislaus Jagiello, vermachte der Hochschule das Gebäude an der Ecke Św.-Anny- und Jagiellońska-Straße, in dem im Jahr 1400 der Lehrbetrieb wiederaufgenommen wurde. Im 15. Jahrhundert entstand dann  durch Verbindung mit den Nachbargebäuden das Collegium Maius mit seinem schönen Arkadeninnenhof.

In dieser Zeit zog die Krakauer Akademie Studiosi aus ganz Europa an. Insbesondere war die Jurisprudenz, Mathematik und Astronomie berühmt. In den Jahren 1491-1495 studierte hier der große Astronom Nikolaus Kopernikus, der spätere Begründer des heliozentrischen Weltbilds. Der Legende zufolge vertiefte hier einige Jahre später der Schwarzkünstler Herr Twardowski die Geheimnisse der Magie. Zur selben Zeit soll sich auch die ersten Frau, die legendäre erste Studentin Nawojka, an der Universität immatrikuliert haben. In Männerkleidern, denn der Erwerb einer höheren Bildung war Frauen damals noch lange nicht gestattet.

Eine erneute Blütezeit erlebte die Hochschule (die zu Ehren ihrer königlichen Stifter im Jahr 1817 in Jagiellonen-Universität umbenannt worden war) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Studenten aus allen Landesteilen des geteilten Polen hierher strömten, um in ihrer Muttersprache studieren zu können. Die mathematischen und naturkundlichen Studiengänge entwickelten sich besonders dynamisch, aber auch die Geisteswissenschaften erfreuten sich eines guten Rufes. Unter den bekannten Alumni des vergangenen Jahrhunderts befinden sich die Nobelpreisträger Ivo Andrić und Wisława Szymborska sowie Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II.

Das Collegium Maius ist ein hervorragendes Beispiel der gotischen Architektur. Das Erdgeschoss nehmen die sogenannten Lektorien ein, in denen einst Vorlesungen gehalten wurden. Die Räume im 1. Stock – Librarium, Stuba Communis und Aula – dienen bis heute repräsentativen Zwecken der Universität wie Sitzungen des Senats, der Wahl des Rektors, wichtigen Begegnungen und Tagungen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich im Collegium Maius die Wohnungen der Professoren der Theologie, deren Türen zum Innenhof erhalten geblieben sind.

Im 20. Jahrhundert wurden hier die Universitätssammlungen von Kunstwerken, wissenschaftlichen Geräten und anderen Andenken an  die Vergangenheit  untergebracht. Im sogenannten Kopernikus-Zimmer befindet sich unter anderem eine einzigartige Sammlung von astronomischen Geräten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Besichtigen Sie auch:

  • das originale gotische Portal am Haupteingang,
  • den Erker der Stuba Communis (in der einst die Professorenschaft die Mahlzeiten einnahm),
  • den Arkadenhof mit der repräsentativen „Professorentreppe“, die auf den Umgang im 1. Stock führt,
  • das Kristallgewölbe der Bogengänge,
  • den historischen Brunnen im Innenhof,
  • die Porta Aurea (Goldenes Tor) im ersten Stock – der gotische Eingang zum Librarium (Bibliothek),
  • die in jüngerer Zeit installierte Spieluhr mit beweglichen Figuren aus der Universitätsgeschichte,
  • die alten wissenschaftlichen Instrumente und Rektoreninsignien, das arabische Astrolabium von 1405, den Jagiellonen-Globus (die erste Weltkugel, auf der das damals frisch entdeckte Amerika verzeichnet ist),
  • die Oscar-Statuette von Andrzej Wajda, die Nobelpreismedaille von Wisława Szymborska, die olympische Goldmedaille von Robert Korzeniwoski,
  • den Professorengarten,
  • das Collegium Iuridicum (Grodzka-Straße 53), eines der ältesten Gebäude der Jagiellonen-Universität, das im 15. Jahrhundert errichtet wurde und für die Juristen bestimmt war – daher der Name,
  • das Collegium Novum (Gołębia-Straße 24), das in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und Sitz der Universitätsleitung ist; in der altehrwürdigen Aula finden zum Beispiel Promotionen oder feierliche Verleihungen von Ehrendoktorwürden statt.

Eingang zum Innenhof des Collegium Maius täglich bis Sonnenuntergang.

Besichtigung des Museums in zwanzigköpfigen Gruppen mit Führung alle 20 Minuten, letzter Einlass 40 Minuten vor Schließung; die Besichtigung dauert ca. 30 Minuten, Vorbuchung wird empfohlen.

Mo, Mi, Fr, 10.00-15.00 Uhr, Di, Do., 10.00-16.00 Uhr (1. April – 31. Oktober bis 18.00), Sa, 10.00-15.20 Uhr

12/6 Złoty

Die Besichtigung der Ausstellung der wissenschaftlichen Geräte und der Galerie der mittelalterlichen Skulptur  ist nur nach Reservierung möglich (Sa, geschlossen).

ul. Jagiellońska 15
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