Deutsches Nationalsozialistisches Konzentrationslager Plaszow

ul. Jerozolimska / ul. Kamieńskiego

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Am Höhepunkt des Betriebs des Konzentrationslagers hielten sich hier unter unmenschlichen Bedingungen ca. 25 000 Häftlinge auf. Lagerkommandant war der für seine besondere Grausamkeit berüchtigte Amon Göth.

Das Zwangsarbeiterlager Płaszów entstand Ende 1942 auf dem Gelände der jüdischen Friedhöfe in der Abrahama- und der Jerozolimska-Straße. Die Hauptlagerstraße war mit jüdischen Grabstelen (Mazewot) gepflastert. Hierher kamen vor allem Juden aus dem Krakauer Ghetto und den liquidierten Ghettos anderer Städte, aber auch Polen und Roma. Die Zahl der Häftlinge, die hier unter unmenschlichen Bedingungen lebten, zu mörderischer Zwangsarbeit gezwungen und halb verhungert, belief sich auf 25 000. Sie schneiderten Uniformen, druckten Dokumente für die deutschen Behörden, arbeiteten in Werkstätten als Elektriker, Schlosser oder Automechaniker und in dem benachbarten Steinbruch „Liban“. Der Lagerkommandant Amon Göth zeichnete sich durch außergewöhnliche Grausamkeit aus, der fand besonderes Vergnügen daran, die Häftlinge persönlich zu quälen und zu foltern. Man schätzt, dass bei Massenhinrichtungen hier um die 8000 Menschen getötet und in Massengräbern verscharrt wurden. Angesichts der sich nähernden Ostfront wurden die Leichen im August 1944 exhumiert und verbrannt, um die Spuren des Verbrechens zu beseitigen. Die verbliebenen Häftlinge wurden sukzessive in Lager in Deutschland oder das Vernichtungslager KL Auschwitz gebracht. Der letzte Transport ging im Januar ab, unmittelbar vor dem Einmarsch der Roten Armee in Krakau.

Unterschiedlichen Quellen zufolge durchliefen das Lager Płaszów (seit 1943 mit dem Status eines Konzentrationslagers) 50 000 bis 150 000 Menschen. Unter den Überelbenden befanden sich die Mitarbeiter der Fabrik von Oskar Schindler (ca. 1100 Personen). Die Geschichte ihrer Rettung bildet die Grundlage der Handlung des preisgekrönten Films Schindlers Liste von Steven Spielberg. Das Gelände des ehemaligen Lagers war dabei einer der Drehorte (1993).

Die Lagerbauten existieren nicht mehr – weder die Baracken noch die Wachtürme. Auf einem Teil des Geländes stehen heute Wohnhäuser. Erhalten geblieben sind aber das Wohnhaus von Amon Göth (ul. Heltmana 22) und das sogenannte Graue Haus (ul. Jerozolimska 3),  in dem für ihren Sadismus besonders berüchtigte SS-Leute lebten. Die Folterstätte im Keller verließ nach Aussagen von Überlebenden niemand lebendig. An die Opfer des Lagers erinnern heute einige kleinere Gedenksteine. An der Kamieńskiego-Straße steht dagegen das 7 Meter hohe Denkmal für die Opfer des Faschismus mit seiner ergreifenden Symbolik der herausgerissenen Herzen.

ul. Jerozolimska / ul. Kamieńskiego
Über: Eintritt frei
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