Tempel-Synagoge

ul. Miodowa 24

Heute:

10:00-17:00
geschlossen

Eine Besichtigung der Tempel-Synagoge lohnt sich aus mindestens zwei Gründen: Der eine sind die einzigen so schön erhaltenen Glasfenster einer Synagoge in Polen, der andere ihr „unorthodoxer” Charakter.

Das schöne Ensemble der 36 Glasfenster mit floristischen und geometrischen Motiven kann man in den Fenstern des Parterres und der Obergeschosse bewundern. In vielen von ihnen sind Signaturen mit den Namen der Stifter erhalten. Die Tempel-Synagoge, die einst auch als Fortschrittliche Synagoge bezeichnet wurde ist das Gotteshaus der reformierten Juden. Der Name Tempel bezieht sich auf den zerstörten Tempel des Salomon in Jerusalem. Die reformierten Juden lehnten nämlich die Idee der Wiedererrichtung dieses Tempels ab und sahen ihr einziges Vaterland in ihren neuen Heimaten.

Die Krakauer Synagoge wurde in den Jahren 1860-1862 errichtet. Sie wurde wiederholt ausgebaut (erweitert etwa um eine fünfseitige Apsis, der Umgang im Stil der Neurennaissance , die niedrigen Seiten schiffe und – bereits nach dem Krieg – das ritualbad, die sogenannte Mikwe).

Eine Besonderheit des fortschrittlichen Programms der Tempel-Synagoge war, dass die Predigten hier in polnischer und deutscher Sprache gehalten wurden. Der bedeutendste Prediger war Rabbi Dr. Osias Thon, der in der Zeit zwischen den Weltkriegen Abgeordneter im polnischen Parlament, dem Sejm, war. Eine weitere Innovation war die Zulassung von Frauen zum Gesang neben dem Kantor und dem Chor. Dies alles bewirkte, dass die Synagoge von der mit der Remuh-Synagoge verbundenen orthodoxen Gemeinschaft stark in der Kritik stand.

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge als Lagerraum und stall genutzt. Der Innenraum wurde allerdings nicht so schwer in Mitleidenschaft gezogen wie bei den übrigen Synagogen. Erhalten geblieben sind der prächtige Aron Ha-Qodesch aus weißem Marmor, die Holzgalerien für die Frauen sowie die Bemalung der Decke und der Emporen. Nach dem Krieg wurden in der Synagoge zunächst Gottesdienste gefeiert, nach dem Tod des letzen Kantors Abraham Lesman im Jahr 1985 aber eingestellt. Heute ist die Tempel-Synagoge Ort des Gebets, aber auch Veranstaltungsort für Kulturereignisse, darunter Konzerte im Rahmen des Festivals der jüdischen Kultur. Im Hinterraum befindet sich wieder eine Mikwe.

In den Jahren 2006-2008 wurde neben der Synagoge das von Prinz Charles gestiftete Zentrum der jüdischen Gemeinschaft errichtet.

 

Besichtigen Sie auch:

  • die an der Hauptfassade hoch über der Attika angebrachte schwarze Marmortafel mit dem Dekalog in vergoldeten Lettern,
  • den im mauretanischen Stil ausgeschmückten Innenraum

 
Samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen

Öffnungszeiten:
01 Januar - 31 März
Mo.-Fr. 10:00-16:00, Sa. closed, So. 10:00-16:00
01 April - 31 Oktober
Mo.-So. 10:00-17:00
01 November - 31 Dezember
Mo. 10:00-16:00, Di.-So. closed
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Über: Ohne Barrieren
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