Stadtmauer

ul. Pijarska

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Krakau besaß einst 7 Stadttore und 47 Wehrtürme im Ring der Wehrmauern, die die heutige Altstadt umgaben. Bis heute ist nur ein kurzer Abschnitt erhalten geblieben.

Noch im 13. Jahrhundert besaß Krakau keinen Mauerring. Das hatte tragische Folgen: Die Stadt wurde beim großen Mongolensturm 1241 fast völlig zerstört. Die Stadtmauer entstand dann in mehreren Etappen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts. Als letztes Element wurde im späten 15. Jahrhundert die Barbakane (auch Rondell genannt) vor das Florianstor gesetzt.

Der Zugang zur Stadt führte durch 7 Stadttore, die über Nacht verschlossen wurden: das Fleischertor (später Nikolaustor genannt), das Burgtor (Grodzka-Straße), das Florianstor (Floriańska-Straße), das Slawkauer Tor (Sławkowska-Straße), das Schustertor (Szewska-Straße), das Weichseltor (Wiśłna-Straße) und das Neue Tor (Sienna-Straße). Vollständig erhalten ist nur das Florianstor, aber auch der Umriss des Fleischertores ist noch heute am Gebäude des Dominikanerinnenklosters im Gródek (kleine Burg) genannten Karree zu erkennen.

Die Krakauer Wehranlagen bestanden aus einer doppelten Mauer und einem Stadtgraben. Die innere Mauer war mit 10 Meter hohen Wehrtürmen bestückt. Jeder von ihnen wurde bei Belagerungen von den Mitgliedern der einzelnen Handwerkerzünfte versorgt, die den Türmen ihre Namen gaben. Bis heute haben nur drei von ihnen überdauert: der Zimmererturm, der Tischlerturm und der Posamentiererturm.

In den späteren Jahrhunderten begann sich der Zustand der Stadtmauer systematisch zu verschlechtern. Die jahrelange Vernachlässigung und fehlende Modernisierung des Mauerwerks bewirkte, dass es im 17. Jahrhundert dem Angriff der Schweden nicht standhalten konnte. Die Ruinen wurden von den ärmsten Bürgern der Stadt in Beschlag genommen, die hier provisorische Holzhütten errichteten.  Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde beschlossen, im Rahmen der Stadterneuerung die übrig gebliebenen Reste der Wehranlagen abzutragen. Nur der Entschlossenheit des Senators Feliks Radwański ist es zu verdanken, dass der besonders wertvolle Abschnitt mit dem Florianstor, der Barbakane und drei Wehrtürmen gerettet wurde. Dabei argumentierte er, die Mauern würden vor Winden und Zugluft schützen, die andernfalls den Krakauerinnen unzüchtig unter die Röcke blasen könnten … Anstelle der alten Wehranlagen wurde der Esplanadenring angelegt, dessen Grünanlagen bis heute die historische Altstadt umgürten.

Zimmererturm
Der älteste unter den erhaltenen Wehrtürmen. Errichtet um 1300 aus Kalkstein, im späten 15. Jahrhundert mit einem hexagonalen Aufbau versehen. Er ist beinahe zur Gänze hinter dem Gebäudes Städtischen Zeughauses versteckt, zu dessen Verteidigung er diente. Für seinen Unterhalt war die Zunft der Zimmerleute zuständig.

Städtisches Zeughaus (Arsenal)
Seine Situierung im Bereich der nördlichen Wehranlagen war kein Zufall. Von diese Seite drohte der Stadt die größte Gefahr eines Angriffs, da es hier keine natürlichen Barrieren wie Flussläufe, Teiche oder Sümpfe gab. In dem bis heute erhaltenen eingeschossigen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wurden Waffen und Geschütze gelagert, in der tiefen Unterkellerung lagerten die Fässer mit Schießpulver und nebenan befand sich eine Gießerei, in der Munition und Kanonenläufe gegossen wurden. Den Mauerabriss im 19. Jahrhundert hat das Zeughaus glücklich überstanden. Die Stadt bot es dem Fürsten Władysław Czartoryski für die Nutzung als Museumsraum an. Heute birgt es die Galerie der antiken Kunst, die Teil der Sammlungen des Museums der Fürsten Czartoryski ist.

Tischlerturm
Errichtet im 15. Jahrhundert und mit einem Umgang und einem Kegeldach bekrönt. Bemerkenswert sind die kreuzförmigen Schießscharten. Für die Verteidigung dieses Turms und Mauerabschnitts waren die Zünfte der Tischler und Seiler zuständig.

Posamentiererturm
Errichtet im 15. Jahrhundert. Bemerkenswert ist seine Fassade mit einem unregelmäßigen Fries aus dunklen Backsteinen. Vielleicht sollte dies durch eine Art optische Täuschung den Feinden das genaue Zielen erschweren. Für die Verteidigung dieses Turms war anfangs die Zunft der Schuster zuständig, später die der Posamentierer.
Die Posamentierer (Bortenwirker, Bandweber, Besatzmacher, Breisler, Quastenmacher, Schleiermacher, Schnürmacher, Tressenwirker) fertigten früher Zierelemente für Textilien, sogenannten Posamente, an. Im Falle einer Bedrohung der Stadt mussten aber auch sie zur Waffe greifen.

 

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Für wen: Für Kinder
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